PRESSEMITTEILUNG Bündnis 90 / Die Grünen im Bayerischen Landtag GRÜNER GESETZENTWURF WILL SCHULLAUFBAHNENTSCHEIDUNG „VOM KOPF AUF DIE FÜßE STELLEN“
München (02.05.2012/bea). Anlässlich der Übertrittszeugnisse kritisieren die Grünen im Bayerischen Landtag erneut den großen Druck auf SchülerInnen, Eltern und GrundschullehrerInnen, der durch die die „Sortierung“ der Kinder auf drei Schularten entsteht. „Die auf Noten zu einem festen Zeitpunkt fixierte Praxis der Trennung der Kinder nach der vierten Klasse nimmt keine Rücksicht auf die Entwicklung der Kinder“, erklärt der schulpolitische Sprecher Thomas Gehring.
Laut zahlreicher empirischer Studien hängen die Übertrittschancen vom Einkommen der Eltern ab. Auch Kinder mit Migrationshintergrund würden leicht abgehängt. „Das Übertrittsverfahren zementiert die soziale Ungerechtigkeit des bayerischen Bildungssystems.“ Die Landtagsgrünen haben daher mit mehreren Aktionen in den Regierungs-Bezirken unter dem Motto „Gemeinsam statt aussortiert!“ für eine gerechte Weiterentwicklung des Schulsystems demonstriert.
Wie Thomas Gehring betont, zeigen die hohen Drop-out-Quoten an den Gymnasien und die hohe Zahl der Rückkehrerinnen und Rückkehrer an die Mittelschule klar, dass die „Sortierung“ nach der vierten Klasse offensichtlich nicht funktioniert. Die Landtagsgrünen fordern in einem Gesetzentwurf, die Schullaufbahnentscheidung „vom Kopf auf die Füße zu stellen“. Damit soll die verpflichtende Vorgabe eines bestimmten Notendurchschnitts ersetzt werden – durch die qualifizierte Beratung der Eltern durch die Grundschullehrkräfte und ein freies Elternwahlrecht. Die Eltern entscheiden demnach über die weitere Schullaufbahn ihres Kindes. „Unser generelles Ziel bleibt, dass Kinder länger gemeinsam lernen können. Deshalb fordern wir auch einen Vorschlag für eine Öffnungsklausel im Bayerisches Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen, womit neue integrative Schulmodelle, insbesondere Gemeinschaftsschulen, auf den Weg gebracht werden können.“